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Beschäftigte bei Zigarrenhersteller Dannemann streiken

Lübbecke -

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Zigarrendreher im Ausstand: Die Beschäftigten beim Lübbecker Zigarrenhersteller Dannemann legen am Montagmorgen ihre Arbeit nieder. Mit dem Warnstreik, der zunächst bis zum frühen Nachmittag geplant ist, will die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) den Druck auf die laufenden Tarifverhandlungen für die Branche erhöhen. „Das Geschäft mit Zigarren und Zigarillos läuft auch in der Pandemie glänzend. Von den steigenden Umsätzen sollen jetzt die 370 Beschäftigten bei Dannemann profitieren“, sagt Gaby Böhm, Geschäftsführerin der NGG-Region Bünde-Lübbecke-Minden. Bereits Anfang Mai hatte die Belegschaft am ostwestfälischen Stammsitz für höhere Löhne gestreikt.

Die Dannemann Cigarrenfabrik GmbH gilt als einer der größten Player der deutschen Zigarrenindustrie. Die Branche beschäftigt bundesweit rund 1.500 Menschen. Für sie fordert die Gewerkschaft ein Einkommensplus von 5,5 Prozent. In den unteren Lohngruppen soll es mindestens 75 Cent mehr pro Stunde geben. Kein Stundenlohn dürfe die Marke von 12 Euro unterschreiten. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im vergangenen Jahr Zigarren und Zigarillos im Wert von 737 Millionen Euro verkauft – 11,6 Prozent mehr als im Vorjahr. „Die Unternehmen geben selber zu, dass sie sehr gut durch die Krise gekommen sind. Aber sie weigern sich, den Beschäftigten ihren fairen Anteil am Erfolg zu geben“, kritisiert NGG-Verhandlungsführer Marcel Mansouri. Solche Einkommen reichten nicht zum Leben und führten direkt in die Altersarmut.

In bislang zwei Tarifverhandlungen hätten die Arbeitgeber lediglich ein minimales Plus angeboten, das unterhalb der aktuellen Inflationsrate von 2,4 Prozent liege, kritisiert Mansouri. „Am Ende hätten die Beschäftigten also sogar weniger Geld im Portemonnaie – und das, obwohl sie durch Überstunden und Sonderschichten entscheidend zum Erfolg der Firmen beigetragen haben.“ Die Gewerkschaft ruft die Geschäftsleitung von Dannemann dazu auf, sich im Bundesverband der Zigarrenindustrie für ein angemessenes Lohn-Plus einzusetzen. Eine bessere Bezahlung sei zugleich ein wichtiges Mittel gegen den Fachkräftemangel, den die Branche beklage. Die Tarifverhandlungen gehen am 17. Juni in Melle in die dritte Runde. Sollte es zu keiner Einigung kommen, könnte es zu weiteren Arbeitsniederlegungen auch in Lübbecke kommen, so die NGG.

Hintergrund: Zu den bundesweit größten Unternehmen der Zigarrenindustrie zählen die Arnold André GmbH & Co. KG mit den Standorten Bünde (190 Beschäftigte) und Königslutter (210 Beschäftigte), die Dannemann Cigarrenfabrik GmbH in Lübbecke mit rund 370 Beschäftigten und die Villiger & Söhne GmbH mit Standorten in Waldshut-Tiengen (210 Beschäftigte) und Bünde (180 Beschäftigte). Laut Statistischem Bundesamt ist der Absatz von Tabakwaren im Zuge der Corona-Krise deutlich angestiegen. Die Statistiker zählten im vergangenen Jahr 2,7 Milliarden versteuerte Zigarren und Zigarillos – ein Plus von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der versteuerte Verkaufswert belief sich auf 737 Millionen Euro (plus 11,6 Prozent).

(Quelle: NGG, Symbolfoto: Archiv)