Bündnis 'Lübbecke zeigt Gesicht' hört zu
Lübbecke -

von links nach rechts: Marie-Luise Bernotat, Dirk Raddy, Margret Döschner, Michael Hafner, Irmgard Schmidt und Eberhard Helling. Foto: Tamara Raddy
Um Lübbecker Bürger für ihre Sorgen und Ängste, ihre Unzufriedenheit mit nicht immer nachvollziehbaren Maßnahmen, aber auch für ihre Hoffnungen und Wünsche Gehör zu geben, zeigte das Bündnis nach coronabedingter Pause wieder Präsenz.
Auf dem Wappenplatz in der Lübbecker Innenstadt waren Bündnismitglieder gespannt auf die Gespräche mit Bürgern, die dann auch zahlreich und in großer Offenheit geführt wurden. Es stellte sich heraus, dass jeder Gesprächspartner in mehr oder weniger starker Form von den Pandemieauswirkungen betroffen war. Alle machten jedoch deutlich, dass sie auch Verständnis für Maßnahmen aufbringen konnten. Niemand machte den Eindruck, zu den Corona-Leugnern zu gehören oder irgendwelchen Verschwörungstheorien anzuhängen.
Alle erzählten, sie hätten irgendwie ihre verantwortbaren Möglichkeiten gefunden, eine Großmutter berichtete z. B., dass sie ganz bewusst ihren Enkel betreut und ihm auch bei Schulaufgaben geholfen habe.
Sehr gelobt wurde hier wiederholt der Einsatz von Lehrern, stark kritisiert das Schulministerium. „Man wusste oft nicht, woran man war und die letzten Sommerferien wurden nicht für Planungen genutzt, sondern verschlafen. Hoffentlich läuft das diesmal anders und man ist mit Alternativmöglichkeiten gewappnet, sollte es zu einer vierten Welle kommen.“
Große Sorge macht den Bündnismitgliedern, dass rechte Gruppierungen ängstliche oder verunsicherte Bürger, die sich ansonsten wohl nicht gehört fühlten, für ihre Zwecke instrumentalisieren konnten. Nach ihrer Meinung sollte jeder und jede genauestens überlegen, mit wem man auf die Straße ginge, ob z.B. mit jemandem, der das Reichstagsgebäude erstürmen wollte und damit sehr deutlich seine Gesinnung zeigt.
Um Menschen weiterhin Möglichkeiten zu geben, über ihre Dinge zu sprechen, überlegt das Bündnis, die Aktion „Lübbecke hört zu“ in regelmäßigen Abständen zu einer festen Einrichtung zu machen. So kann der Kontakt untereinander verstärkt werden.
Die Mitglieder des Bündnisses hoffen, am 18.8.2021 um 19.00 Uhr (diesmal im Parivital) wieder zu einem Treffen zusammenkommen und dabei viele neue Gesichter begrüßen zu können.