Evolving Regions – Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung vorgestellt
Minden-Lübbecke -

Als sich der Kreis Minden-Lübbecke für das EU-Projekt Evolving Regions – damals noch unter dem Namen LIRCA – beworben hatte, klang Klimafolgenanpassung nach mehr oder weniger ferner Zukunftsmusik. Denn dass der Klimawandel uns so schnell erreicht, davon sind selbst viele der Klimaforscher überrascht, die schon seit Jahrzehnten auf die zu erwartenden Folgen hinweisen. Heute befinden wir uns bereits mitten im Klimawandel. Die vergangenen Sommer waren entweder von Hitze und Dürre geprägt oder von Starkregenereignissen wie der Hochwasserkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz. In dieser Zeit lief bereits das von der TU Dortmund koordinierte Projekt Evolving Regions, das insgesamt sieben Regionen in NRW und eine Region in den Niederlanden bei der Vorbereitung auf eine nachhaltige und effiziente Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen unterstützt.
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Seit dem Projektstart Mitte 2020 hat sich in Minden-Lübbecke bereits einiges getan, um den Kreis klimarobust aufzustellen. Minden-Lübbecke war 2021 der erste Kreis im Projekt, der die Ergebnisse der erstellten Klimawirkungsanalyse im lokalen GEOportal des Kreises veröffentlicht hat, darunter auch eine Gefahrenkarte für Starkregenereignisse, Hitze und Dürre.
Mit welchen Maßnahmen können die Auswirkungen des Klimawandels vor Ort eingedämmt werden? – Hierfür gibt es einen umfangreichen Plan, der jetzt offiziell vorgestellt wurde mit einer Roadmap als Klimaanpassungskonzept. Für die drei in der Region wichtigen Themenfelder Klimaresiliente Stadt- und Siedlungsgestaltung, Land- und Forstwirtschaft sowie Klimasensible Arten und Lebensräume haben über 100 Akteur*innen im Kreis Minden-Lübbecke direkt oder indirekt in 18 Workshops – sechs pro Themenfeld – zahlreiche Lösungen für den Kreis erarbeitet.
Vertreten waren Wasserverbände, das Regionalforstamt, der Bundesverband Waldbaden, Landwirtschaftskammer, Landwirtschaftsverband und Landfrauen, die Kommunen mit ihren Planungsämtern und/oder dem Klimaschutzmanagement, das Bau- und Planungsamt sowie das Amt für Gebäude und Liegenschaften der Kreisverwaltung, der Katastrophenschutz der Kreisverwaltung, Vertreter*innen des Naturschutzes und die Kreispolitik. Sie haben 28 Maßnahmen mit diversen Einzelmaßnahmen erarbeitet, dazu gleich auch federführende Akteur*innen, einen Zeitplan und die notwendigen Ressourcen benannt – alles, was es für eine erfolgreiche Umsetzung braucht.
„Um Überflutungen durch Starkregen oder Flusshochwasser abzumildern, brauchen wir zum Beispiel mehr Freiflächen, auf denen das Wasser versickern kann – das ist gleichzeitig gut für den Grundwasserspiegel. Bäume, Hecken, Grünanlagen sowie Dach- und Fassadenbegrünungen sorgen außerdem für kühlere Luft in den Siedlungen – dort heizen sich Beton, Asphalt und Fassaden in den heißen Sommermonaten sonst besonders stark auf“ so Klimaanpassungsmanagerin und Projektkoordinatorin Leona Aileen Eichel. „Die im Projekt entwickelten Maßnahmen zielen alle darauf ab, besser mit den Folgen des Klimawandels umgehen zu können.“
Zusatzinfo für alle, die sich für das Thema interessieren: In diesem Jahr wird erstmals eine "Woche der Klimaanpassung" vom 12. bis 16. September 2022 in Deutschland stattfinden. Der Kreis Minden-Lübbecke beteiligt sich mit einigen Aktionen, darunter drei Klimafolgenspaziergänge in Minden und Hüllhorst sowie ein Online-Vortrag zur Dachbegrünung. Weitere Informationen zu den Veranstaltungen und zur Anmeldung gibt es hier: https://www.klimabotschafter-muehlenkreis.de/aktuelles/woche-der-klimaanpassung-im-kreis-minden-luebbecke/. Auch die TU Dortmund veranstaltet am Dienstag, den 13. September 2022 von 10 bis 12 Uhr online einen Vortrag zur Klimawirkungsanalyse im Rahmen des Projektes Evolving Regions während der „Woche der Klimaanpassung“.
