Keine 'Heldenverehrung' sondern gelebte Berufung
Espelkamp -

Der Ludwig-Steil-Hof ehrte kürzlich Mitarbeitende für ein Vierteljahrhundert unermüdlichen Dienst am Menschen mit dem Goldenen Kronenkreuz.
Pfingsten gilt im christlichen Glauben als das Fest des Wirkens des Geistes Gottes, der Begabung mit seinen Gaben und der Beauftragung zum Dienst. Es bildete damit den passenden, feierlichen Rahmen für ein besonderes Ereignis am Pfingstmontag auf dem Kerngelände des Ludwig-Steil-Hofs.
Im Mittelpunkt des Vormittags stand auch in diesem Jahr weit mehr die tief empfundene Ehrung und Würdigung langjähriger Weggefährten als der Pfingstgottesdienst an sich. Im Beisein der Festgemeinde wurde treuen Mitarbeitenden für ihr 25-jähriges unermüdliches Engagement das Goldene Kronenkreuz der Diakonie verliehen. Das markante Symbol, das bereits 1925 entworfen wurde und dessen Kreuz die Liebe Gottes sowie die Krone die Hoffnung symbolisiert, wird seit 1972 in Gold als höchste Auszeichnung und Dankeszeichen für ein Vierteljahrhundert Dienst am Nächsten überreicht.
Bereits der Auftakt des Gottesdienstes den Kantor Tobias Krügel gemeinsam mit dem Bläserkreis musikalisch gestaltete, stimmte die Anwesenden in besonderer Weise auf das weitere Programm ein. Durch die einleitende Liturgie führte wenig später Pfarrer Friedrich Stork. Nach einer Predigt von Diakonin Liane Stork leitete Vorstand Pfarrer Stefan Bäumer zu dem Moment über, der einen besonderen Kern des Vormittags bilden sollte: der feierlichen Verleihung der Kronenkreuze. In seiner Ansprache fand Stefan Bäumer deutliche Worte für den Stellenwert der Arbeit im sozialen Sektor. Er betonte, dass es sich hierbei explizit nicht um eine bloße „Heldenverehrung“ handle oder darum, modische Begrifflichkeiten wie die der „Alltagshelden“ zu bedienen. Vielmehr gehe es darum, vor Gott und der Gemeinde sichtbar zu machen, dass diese Kolleginnen und Kollegen einen enormen Teil ihres aktiven Berufs- und somit auch Lebensweges in den Dienst am Mitmenschen gestellt haben. Während ein solch beständiges Dienstverhältnis in Industrie und Wirtschaft bereits Seltenheitswert besitze, gelte dies umso mehr für die Sozialwirtschaft, die gesellschaftlich noch immer nicht die verdiente Anerkennung erfahre. Umso größer sei die Freude über die tiefe Verbundenheit der Jubilare, die ihr tägliches Wirken oft als echte Berufung verstehen.
Unter dem herzlichen Applaus der Gemeinde wurden die anwesenden Jubilare im Anschluss einzeln nach vorne gebeten, um das Goldene Kronenkreuz sowie die dazugehörigen Urkunden als sichtbares Zeichen des Dankes entgegenzunehmen. Zu den Geehrten gehörten Christiane Bernard, die seit dem 1. Februar 2000 in der Jugendhilfe tätig ist, sowie Markus Wiesmann, der am 1. Juli 2000 ebenfalls in der Jugendhilfe seinen Dienst aufnahm. Aus dem Bereich der Seniorenhilfe wurde Pamela Rodewald ausgezeichnet, die den Ludwig-Steil-Hof seit dem 1. Oktober 2000 in der Tagespflege bereichert. Ebenfalls auf ein viertel Jahrhundert Betriebszugehörigkeit blickt Gabriele Berger zurück, die seit dem 1. November 2000 in der Psychosozialen Rehabilitation aktiv ist.
Ein Vierteljahrhundert im Dienst am Nächsten zu stehen, bedeutet auch, in herausfordernden Phasen Charakter und Durchhaltevermögen zu beweisen. Dieser Dank galt an diesem Tag ausdrücklich auch jenen Kolleginnen, die an der feierlichen Übergabe leider nicht persönlich teilnehmen konnten, deren jahrzehntelange Arbeit jedoch gleichermaßen gewürdigt wird. Zu diesen gehören Nina Gerb aus der Seniorenhilfe, Astrid Harlaß, Cornelia Beckschebe und Larissa Martens aus der Psychosozialen Rehabilitation sowie Sabine Reil, welche auf dem Ludwig-Steil-Hof als Botin arbeitet. Mit gemeinsamen Fürbitten von Stefan Bäumer und der Mitarbeiterschaft, dem feierlichen Segen sowie einem harmonischen musikalischen Ausklang durch Tobias Krügel und den Bläserkreis endete eine Veranstaltung, die allen Beteiligten eines deutlich vor Augen führte: Die investierte Lebenszeit im diakonischen Dienst ist zutiefst wertvoll, sinnhaft und verdient höchste gesellschaftliche Anerkennung.