Mit Wildkameras die Maisernte sichern
Stemwede -

Schilder weisen darauf hin, dass der Mais videoüberwacht wird: Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat (li.) ließ sich von den beiden Landwirten Daniel (Mitte) und Marvin Schlechte die Wildkameras zeigen und die Problematik erklären.
Die in Kürze beginnende Maisernte wird von einigen Stemweder Landwirten in diesem Jahr mit ungewöhnlichen Maßnahmen vorbereitet. So wurden und werden an mehreren Maisfeldern aktuell Wildkameras aufgehängt. Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat ließ sich von den Landwirtsbrüdern Daniel und Marvin Schlechte aus Wehdem erklären warum.
„Die Kameras dienen der Aufklärung“, erklärt Daniel Schlechte. Denn im letzten Jahr hatten Unbekannte die Maisernte sabotiert, was dazu geführt hat, dass an den Maschinen ein Schaden in hoher fünfstelliger Summe entstanden war. „Der finanzielle Aspekt ist die eine Sache, vielmehr aber geht von solchen Sabotageakten eine Gefahr für Leib und Leben aus“, betonen die Landwirte.
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Die Erntemaschinen wurden so stark beschädigt, dass sich Teile des Messerblocks gelöst und als lebensgefährliche Geschosse aus den Auswurfrohren gefeuert wurden. „Welche Wucht dahintersteckt kann man sich vorstellen, wenn man sich die Dellen und Schäden an den Seitenwänden einiger Ernteanhänger anschaut“, berichtet Daniel Schlechte.
„Was aber, wenn solch ein Geschoss einen Menschen trifft?“, so die berechtigte Frage von Bürgermeister Abruszat. Genau das sei die Sorge, denn an den Feldern ständen regelmäßig Familien und Kinder, die sich die Ernte anschauen oder auch auf den Maschinen mitfahren würden. „Nicht vorstellbar, wenn dort jemand getroffen wird oder sich ein Geschoss bis in die Fahrerkabine durchbohrt“, so Schlechte. „Wir wollen keine schlafenden Hunde wecken“, betont der Landwirt im Gespräch mit dem Bürgermeister. Vielmehr hoffe er, dass durch die Hinweise auch die Stemweder Bevölkerung sensibilisiert wird und aufmerksam ist.
„Die Sorge ist für mich absolut nachvollziehbar und die Maßnahme verständlich“, so Bürgermeister Abruszat. „Ich hoffe, dass sich die Vorfälle aus dem letzten Jahr nicht wiederholen und die Maisernte für die Stemweder Landwirte ohne Probleme über die Bühne geht.“
„Wer meint, etwas Auffälliges beobachtet zu haben, kann sich gerne direkt an uns wenden, oder auch den jeweiligen Ortslandwirt ansprechen“, so die Bitte von Daniel Schlechte.
