Stadtwerke setzen voll auf Klärschlammvererdung
Espelkamp -
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Foto: EKO PLANT
Es stinkt nicht, es rechnet sich, es reduziert im Vergleich zu anderen Verfahren in erheblichem Umfang den CO2-Ausstoss und ist damit ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz: Die Stadtwerke Espelkamp AöR setzen für die Zukunft voll auf das Verfahren der Klärschlammvererdung. Aus Abwasser wird dabei wertvoller organischer Dünger.
„Das ist sowohl ökonomisch als auch ökologisch die beste Lösung angesichts der geltenden Klärschlammverordnung und ihrer Auflagen. Was mich am meisten begeistert: Die entstehenden Schilfbeete für den Vererdungsprozess werden sich harmonisch in die Landschaft einfügen und wie ein Biotop wirken. Geruchsbelästigungen für Anlieger sind ausgeschlossen, weil die dafür verantwortlichen Faulgase bereits vor der Ausbringung auf die Beete bei uns im Klärwerk eliminiert werden“, sagt Stadtwerkevorstand Klaus Hagemeier.
Vorgesehen ist die Anlage in Fabbenstedt auf einer 3,6 Hektar großen Fläche westlich der Fabbenstedter Straße / südlich der Straße Zur Aue. Die Abdichtung der Schilfbeete und der Zuleitung ist dabei so sicher, dass sie selbst in Wasserschutzgebieten zulässig wäre.
Notwendig geworden sind Überlegungen zu neuen Wege bei der Klärschlammbehandlung, weil die dafür bislang benutzte technische Anlage im Klärwerk in die Jahre gekommen und abgängig ist. Es stehen für die Stadtwerke also ohnehin Investitionskosten ins Haus. Da die biologische Vererdung deutlich weniger Betriebskosten verursacht als die herkömmliche Variante, wird neben der Umwelt auch der Geldbeutel der Gebührenzahler geschont.
Klaus Hagemeier ist es wichtig, dass auch Skeptiker mitgenommen werden. „Wir betreten Neuland für unsere Region. Da ist es klar, dass die Menschen Fragen haben. Sobald die Pandemie es zulässt, werden wir für die interessierte Bürgerschaft Busfahrten zu bestehenden Vererdungsanlagen anbieten, bei denen man auch mit den dortigen Anliegern ins Gespräch kommen kann. Die Erfahrungen sind nämlich überall äußerst gut“.
Mittlerweile gebe es etwa 100 solcher Standorte in Deutschland. Beispielkommunen für die Stadtwerke Espelkamp sind Emden, Rotenburg an der Fulda und Adelebsen.
Viele weitere Informationen gibt es auf der Seite der Stadtwerke Espelkamp AöR.