Viele Ideen für attraktiven Radverkehr
Lübbecke -

(v.l.) Kristof Mainz, Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen (SVK), Stefanie Zienc (Kreis Minden-Lübbecke), Sarah Dartenne, Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen (SVK). Foto: Dagmar Selle / Kreis Minden-Lübbecke.
Wer wüsste es besser als die Radfahrer selbst? – Bei einem Workshop in der Stadthalle in Lübbecke hat der Kreis Minden-Lübbecke Radler über das Radverkehrskonzept informiert, damit sie ihre eigenen Ideen und Vorstellungen einbringen können. Um festzustellen, wo es noch Defizite und Schwachstellen in der Radinfrastruktur gibt, und um daraus Handlungsstrategien zu entwickeln, lässt der Kreis Minden-Lübbecke derzeit ein umfassendes Radverkehrskonzept entwickeln. Ziel des Konzeptes ist es, langfristig das Fahrrad in der Alltagsmobilität fest zu verankern und mehr Menschen für das Radfahren zu motivieren.
Knapp 70 Interessierte nahmen am Workshop teil. Im ersten Teil der Veranstaltung erläuterte das beauftragte Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen (SVK) aus Aachen das Vorgehen für die Erstellung eines Radverkehrsnetzes, also das zukünftige Radverkehrsnetz des Kreises. Für eine Netzentwicklung werden die Quellen- und Zielpunkte von Radfahrenden sowie die vorhandenen räumlichen Hindernisse wie Gewässer und Autobahnen analysiert. Die wesentlichen Quell- und Zielpunkte sind dann als direkte Verbindung als idealtypisches Netz zu verknüpfen. Dieser Idealzustand wird mit dem bestehenden Straßennetz abgeglichen und die Verbindungen in einem Netzentwurf als Radhauptrouten und Radnebenrouten dargestellt. Ebenfalls dargestellt ist der Teilabschnitt des Radschnellweges OWL RS3 im Kreis Minden-Lübbecke. Die Netzlänge des Alltagsradnetzes des Kreises beträgt ca. 770 Kilometer – diese werden vom Büro abgefahren und auf mögliche Mängel analysiert. Der ermittelte Ist-Zustand ist dann mit den festgelegten Qualitätsmaßstäben zu vergleichen. Für entdeckte Schwachstellen und Mängel, zum Beispiel fehlende Verbindungen oder unzureichende Radwegerbreiten werden an den jeweiligen Streckenabschnitten Maßnahmen entwickelt.
Im zweiten Teil des Workshops waren die Anwesenden gefragt, ihre Anregungen zum Netzentwurf einzubringen. An verschiedenen Stellwänden haben sie beispielsweise neue Routen im Netzplan eingezeichnet oder Sicherheits- und Komfortmängel lokalisiert. Außerdem bestand die Möglichkeit Wünsche für zukünftige Kommunikationselemente zum Thema Radverkehr zu äußern sowie die wichtigsten Ziele für einen fahrradfreundlichen Kreis zu kommentieren und auch neue Ziele vorzuschlagen. An weiteren Tafeln konnten die Teilnehmenden sich über die festgelegten Qualitätsstandards für das Haupt- und Nebennetz, zu den Verknüpfungspunkten von Bus und Bahn und einer flächendeckenden Ausstattung von Radabstellanlagen informieren. Der Workshop bot zudem die Gelegenheit sich aktiv online einzubringen. Dazu stand ein Laptop bereit, auf dem eine digitale Plattform aufgerufen und direkt Ideen und Hinweise zum Netzentwurf abgegeben werden konnten – auch hier gab es rege Beteiligung. Ebenfalls wurden viele Anregungen an den Stellwänden hinterlassen, die durch engagierte Diskussionen begleitet waren.
Nach Durchsicht aller Hinweise und Abstimmung des Netzentwurfes wird dieser final festgelegt und in den Sommermonaten durch das Büro befahren. Der abgestimmte Entwurf wird auf der Homepage des Kreises zu finden sein. Dort ist sind unter dem Link weitere Informationen sowie die Online-Beteiligung zu finden.
Wer möchte, kann noch bis zum 1. Mai Vorstellungen und Ideen zum Radverkehrskonzept einbringen. Die Online-Beteiligung ist unter dem Link möglich. Entsprechende Erläuterungen zur Nutzung sind auf der Internetseite vorhanden.