Wenn die Westkompanie zum 'grünen' Gipfeltreffen lädt
Lübbecke -

Erfolgreicher Auftakt in die „grüne Saison“: Die Erstplatzierten des diesjährigen Bataillonsvergleichsschießens in der „Alten Schule“ in Obermehnen präsentieren stolz ihre Trophäen. Neben sportlichen Leistungen mit dem Kleinkaliber-Gewehr standen vor allem die Kameradschaft und der Austausch zwischen den Zügen im Mittelpunkt des Abends. Mit dabei waren unter anderem auch Kommandeur Christoph Barre (ganz links) und sein designierter Nachfolger Holger Kleffmann (Dritter von links).
Wenn der markante Duft von frisch grillter Bratwurst durch die Reihen zieht und im Schießstand der „Alten Schule“ jene konzentrierte Stille herrscht, die nur von den regelmäßigen Schüssen unterbrochen wird, dann weiß man traditionell schnell: Die „grüne Saison“ hat offiziell begonnen. Das Bataillonsvergleichsschießen des Lübbecker Bürgerbataillons, das traditionsgemäß am dritten Freitag im April stattfindet, bildete auch in diesem Jahr den Auftakt in das Schützenjahr. Gastgeber war erneut die Westkompanie, die in die Räumlichkeiten nach Obermehnen geladen hatte. Das Resümee eines anwesenden Bürgerschützen am späten Abend hätte treffender nicht sein können: „Mal wieder ein grandioser Abend.“ Dass diese Einschätzung keine Übertreibung war, belegten allein die Zahlen des Abends. Insgesamt 151 Schützen und weitere Gäste waren der Einladung gefolgt, um sich im sportlichen Wettkampf auf dem Kleinkaliber-Stand zu messen. Über vier Stunden lang herrschte reger Betrieb, während die Teilnehmer unter der fachkundigen Aufsicht der Schießwarte Thorsten Hellweg und Jörg Biesewinkel ihre Treffsicherheit unter Beweis stellten. Dabei stand jedoch nicht nur der sportliche Erfolg im Fokus, sondern vor allem das kameradschaftliche Miteinander und der Austausch zwischen den verschiedenen Zügen.
In der Mannschaftswertung zeichnete sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen ab, das die Zuschauer bis zum Schluss in Atem hielt. Mit einer herausragenden Teamleistung von 225 Ringen sicherten sich die Unteroffiziere in diesem Jahr den begehrten ersten Platz. Nur hauchdünn dahinter folgte der Wiehenwegzug mit 223 Ringen auf dem zweiten Rang, dicht gefolgt vom Schützen-Musik-Corps, das mit 222 Ringen den dritten Platz auf dem Podium belegte und bewies, dass Rhythmusgefühl und Zielgenauigkeit oft Hand in Hand gehen. Auch in der Einzelwertung wurde um jeden Millimeter gekämpft: Frank Kraul bewies die ruhigsten Nerven und sicherte sich mit 48 Ringen den Tagessieg. Dass das Niveau insgesamt beeindruckend hoch war, zeigte der Blick auf die Verfolgerplätze, wo gleich drei weitere Schützen mit jeweils 47 Ringen nur einen einzigen Zähler hinter dem Sieger lauerten.
Ein besonderes Zeichen der Verbundenheit setzte zudem die Teilnahme des Schützenvereins Concordia Husen Nettelstedt. Hauptmann Uwe Biesewinkel konnte neun Mitglieder des Nachbarvereins begrüßen, die der Einladung gefolgt waren und die Veranstaltung bereicherten. „Ein super Beginn einer neuen Partnerschaft“, betonte auch Hauptmann Heinz Friedel Stapel. Für die Organisation zeichnete sich unter anderem auch Leutnant Björn Stapel verantwortlich, der für den reibungslosen Ablauf viel Lob von den Kameraden erhielt.
Auch das Kommando des Bataillons und die Stadtspitze ließen es sich nicht nehmen, den Abend persönlich zu begleiten und die Bedeutung des Schützenwesens für die lokale Gemeinschaft hervorzuheben. Kommandeur Christoph Barre fand in seiner Ansprache deutliche Worte der Anerkennung: „Seit über 25 Jahren steht das Bataillonsvergleichsschießen für einen Abend, der Geselligkeit, den sportlichen Wettkampf beim Schießen und vieles mehr auf besondere Weise miteinander verbindet“, erklärte er und fügte unter großem Applaus hinzu: „Jedes Jahr denke ich, dass man das, was hier geboten wird, nicht mehr toppen kann – und es gelingt Euch immer wieder. Dafür vielen Dank.“
Auch Bürgermeister Philipp Knappmeyer, der zum ersten Mal am Bataillonsvergleichsschießen teilnahm, zeigte sich beeindruckt von der Atmosphäre und dem Zusammenhalt.
Über den sportlichen Erfolg hinaus bewiesen die Schützen erneut ihr großes Herz für die Heimat: Ein Teil des Erlöses der Veranstaltung wird, wie auch in den vergangenen Jahren, wieder für einen sozialen Zweck in der Region gespendet. Welches Projekt genau unterstützt wird, werden die Kameraden der Westkompanie in den nächsten Wochen gemeinschaftlich festlegen. Nach der feierlichen Übergabe der Pokale und Plaketten durch Oberleutnant Kai Sommer klang der Abend in geselliger Runde aus. Mit diesem Rückenwind steuert das Bataillon nun auf den Höhepunkt des Jahres zu: Das Lübbecker Schützenfest vom 12. bis zum 14. Juni. In diesem Jahr verspricht der Festsonntag dabei besonders zu werden: In einem außerordentlichen Festakt auf dem Marktplatz wird das Bataillonskommando von Oberst Christoph Barre nach vielen verdienstvollen Jahren an seinen Nachfolger, den zukünftigen Oberst Holger Kleffmann, übergeben.