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Wo tiefste Trauer auf das blühende Leben trifft

Lübbecke -

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Im Rahmen einer kleinen Feierstunde haben die Stadt Lübbecke, der Freundeskreis der Förderer der Friedhofskultur in Lübbecke und Spender die neue Gemeinschafts-Grabanlage für Sternenkinder auf dem Lübbecker Friedhof eingeweiht.

Der städtische Friedhof in Lübbecke schließt eine von vielen Menschen als schmerzlich empfundene Lücke: Ab sofort steht eine Gemeinschaftsgrabanlage für Sternenkinder zur Verfügung, die mit großzügiger Unterstützung aus der Bürgerschaft sowie heimischer Unternehmen errichtet wurde. Treibende Kraft hinter der Spendenaktion, bei der am Ende über 10.000 Euro zusammenkamen, war der Freundeskreis der Förderer der Friedhofskultur in Lübbecke e.V..

Die Anlage gruppiert sich um einen dreiseitigen Gedenkstein für alle verstorbenen Kinder, gestaltet von der Stemweder Steinmetz– und Bildhauermeisterin Claudia Tonscheck. Weil Sternenkinder häufig junge Geschwister zurücklassen, ist der Ort gezielt nach kinderpsychologischen Aspekten gestaltet. So findet sich hier auch – auf den ersten Blick für einen Friedhof ungewöhnlich – ein kleines Spielgerät. Die Botschaft dahinter lautet: Dies ist kein Ort zum Fürchten, sondern einer, der zum Leben dazugehört.

Der poetischen Wortschöpfung von den „Sternenkindern“ liegt die Idee zugrunde, Kinder zu benennen, die „den Himmel erreicht haben, noch bevor sie das Licht der Welt erblicken durften“. Um trauernden Eltern die Möglichkeit zu geben, ihre Kinder würdevoll beizusetzen, hatte der Rat der Stadt Lübbecke auf Initiative der Verwaltung zunächst mit einer Änderung der Friedhofssatzung den Weg für eine Sternenkinder-Grabanlage geebnet und ihre Errichtung im April diesen Jahres schließlich einstimmig beschlossen.

Ermöglicht wurde die Umsetzung durch großzügige Spenden engagierter Mitglieder des Friedhofskultur-Vereins und weiterer Bürgerinnen und Bürger sowie heimischer Unternehmen, darunter die Eduard Gerlach GmbH, die Privatbrauerei Barre sowie die heimischen Kreditinstitute Sparkasse Minden-Lübbecke und Volksbank Plus.

Der Lübbecker Friedhof, auf dem seit 1839 bestattet wird, ist als von Beginn an kommunale Einrichtung eine Besonderheit im ländlichen Raum. Während vielerorts Begräbnisstätten an Kirchengemeinden angegliedert und damit konfessionell ausgerichtet sind, kann in Lübbecke jeder ohne Rücksicht auf seine Religionszugehörigkeit beigesetzt werden.

Neben einem historischen jüdischen Teil finden sich hier auch ein Gräberfeld für Bestattungen nach muslimischer Tradition sowie beinahe alle Beisetzungsformen vom repräsentativen Familiengrab bis zum Urnengrab unter einem Baum. Auch bildet der Lübbecker Friedhof ein Abbild der Entwicklung der Bestattungskultur im Wandel der Zeit, von der streng geometrischen Gestaltung der Anlage bei ihrer Eröffnung bis zur offenen Parklandschaft der letzten Erweiterung 1998.

Quelle und Foto: Stadt Lübbecke